Zeit sparen beim Schreiben dank Textbausteinen: aText im Test

Erst kürzlich habe ich darüber berichtet, wie viel Zeit mir eine Textbausteinverwaltung (was für ein Wort!) beim Verfassen schenkt. 

Bei meiner Recherche bin ich über verschiedene Programme für Mac-Nutzer gestolpert, die sich alle dieser Aufgabe annehmen. Besonders aufgefallen ist mir dabei wegen des schlanken Preises aText. Ob das Programm mit meinem bisherigen Liebling, TextExpander, mithalten kann?

aText Typing Accelerator – Installation

Auf der Webseite des Herstellers kannst Du Dir jederzeit eine kostenlose Testversion herunterladen, die Du für 21 Tage auf Herz und Nieren prüfen kannst. Nein, ich bekomme keine Provision dafür, das hier ist kein Werbebeitrag, sondern meiner eigenen Neugierde geschuldet. 😉

Im Unterschied zu TextExpander muss ich mich nirgendwo anmelden, um das Programm zu testen. Der Punkt geht also an aText.

Die Installation ist denkbar einfach: Downloadlink klicken, Programm herunterladen, entpacken, öffnen.

Die Benutzeroberfläche

So sieht das Programm aktuell bei mir aus:

Die Oberfläche besteht aus folgenden Teilen:

  1. Menü
    Meiner Meinung nach ziemlich selbsterklärend. Hier kannst Du neue Gruppen von Textbausteinen anlegen und die Textbausteine selbst natürlich auch. Damit Du bei vielen Bausteinen die Übersicht nicht verlierst, gibt es die Möglichkeit zu sortieren und Bausteine zu suchen. Die diversen Einstellungen des Programms findest Du ebenfalls im Menü.
  2. Gruppen
    In meinem Beispiel siehst Du, dass ich bereits eine Auswahl an verschiedenen Gruppen nutze. Die Gruppe Default erstellt aText automatisch. Meine eigenen Textbausteine unterteile ich nach Sprachen, das klappt für mich gut. Zudem habe ich verschiedene vorgefertigte Gruppen aktiviert, aber dazu später mehr.
  3. Abkürzung
    Hier geschieht die Magie. 😉 Jeder Textbaustein besteht aus einem Langtext (siehe Punkt 4) und einer Abkürzung, die diesen Text später ersetzt. Im Beispiel siehst Du die Abkürzung thx. Diese drei Buchstaben tippst Du in Zukunft, damit der Text Thank you erscheint. 
  4. Inhalt
    Wie in Punkt 3 erwähnt, gehört zu einer Abkürzung immer ein Langtext. In unserem Beispiel also der Text Thank you. Du kannst neben einfachem Text auch komplexe Inhalte mit Variablen, Links oder Bilder einfügen.

aText und TextExpander sind nahezu identisch, was ihre Benutzeroberfläche angeht. Hier ergibt sich für mich daher ein Gleichstand zwischen den beiden.

Los geht’s! Die Anwendung von aText

Das Prinzip ist immer gleich: Während Du arbeitest, läuft Deine Textbausteinverwaltung (oder Dein Snippet Manager, wenn Du keine Zungenbrecher magst) im Hintergrund. Sie „horcht“ auf Deine Tastatur und wartet darauf, dass Du eine der Abkürzungen aus Deiner Snippet-Liste eingibst. Sobald das passiert, wird die Abkürzung mit dem jeweiligen Langtext ersetzt. 

Eine schöne Überraschung direkt nach der Installation: aText hat alle Snippets automatisch übernommen, die ich bereits in TextExpander angelegt hatte. Sehr komfortabel! Ich weiß aber zumindest, das auch TextExpander eine Importfunktion anbietet. Snippets zu übernehmen sollte also auch bei einem Wechsel von aText hin zu TextExpander möglich sein.

In der Anwendung nehmen sich beide Programme nicht viel. Ich tippe, meine Texte werden automatisch ersetzt. So einfach und unspektakulär. 

Ein kleiner Pluspunkt geht jedoch an TextExpander: Während ich so vor mich hinschreibe, schickt mir das Programm hin und wieder kleine Hinweise auf Texte, die ich häufig nutze und ersetzen könnte. Allerdings klappt das nur mit der neuen Version, für die ein kostenpflichtiges Abo notwendig ist. aText weist mich hierauf nicht hin, dafür muss ich mich allerdings auch zumindest für den kostenlosen Text nirgendwo anmelden.

Textbausteine für die Auto-Korrektur

Erst vor kurzem habe ich eine Option entdeckt, die ich nun ebenfalls nicht mehr missen möchte: Bereits fertig erstellte Gruppen von Snippets. Ich wundere mich fast ein bisschen, warum ich sie nicht vorher schon gefunden habe. 😉

Die Gruppen lassen sich einfach über das Menü eingebaute Gruppen einbinden: Menü öffnen, Gruppe auswählen, fertig. Sie wird automatisch in die Liste Deiner Gruppen mit aufgenommen und ist sofort einsatzbereit.

Wozu taugen diese Gruppen? Nun, in erster Linie zur Autokorrektur. Sowohl aText als auch TextExpander liefern Gruppen, in denen häufige Vertipper gesammelt werden. Hier geht es also nicht darum, einen langen Text mit einer Abkürzung zu verknüpfen, sondern die falsche Schreibweise eines Wortes mit der richtigen zu ersetzen. Einen Ausschnitt aus der deutschen Autokorrektur siehst Du hier:

Wenn Du also zukünftig „follgende“ oder„Forfall“ eintippst, geschieht das:

Textbausteine in Aktion!

So vermeidest Du auch außerhalb von Word und Co automatisch Tippfehler.

Achtung: Einen kleinen Haken hat die Sache. Ich nutze die Autokorrektur für Deutsch und Englisch und bin in zwei Fällen über Worte gestolpert, die nicht hätten ersetzt werden sollen. Das Wörtchen „als“ wurde trotz hartnäckiger Versuche mit „also“ überschrieben, bis ich endlich draufkam, dass hier die Korrektur am Werk ist. Über die Suche hatte ich den Textbaustein dann jedoch schnell gesucht und gelöscht. 

Im zweiten Fall war die englische Autokorrektur der Schurke: Aus „Stil“ wurde plötzlich „still“. Aber auch hier: Textbaustein gesucht, gelöscht, Problem gelöst. 

Es empfiehlt sich also auch weiterhin, sich nicht komplett auf die Technik zu verlassen und Texte noch einmal Korrektur zu lesen.

In Sachen fertige Snippet-Gruppen schneiden für mich sowohl aText als auch TextExpander gleich ab. Beide liefern für gängige Sprachen Autorkorrekturen an, die sich ohne großen Aufwand einbinden lassen. TextExpander liefert darüber hinaus auch noch weitere sogenannte Public Groups aus verschiedenen Fachgebieten. Für einzelne Texter sicher eine schöne Ergänzung, ich kann aber weder mit Airport Codes noch mit Zitaten aus Star Trek viel anfangen.

Zur Kasse, bitte: aText kaufen

Du kannst aText für 21 Tage ohne Einschränkungen testen. Wenn Dir das Programm zusagt, kannst Du anschließend eine Lizenz kaufen. Bei den Kosten unterscheidet sich aText deutlich von TextExpander. Die Lizenz kostet einmalig 4,99 Dollar, mir wurden auf der Verkaufsseite 4,61 Euro angezeigt. Der Verkauf erfolgt über die Plattform Fastspring. 

Die Cloud-Version von TextExpander dagegen schlägt mit monatlich 3,33 Dollar zu Buche. Die letzte eigenständige Version des Programms kostet für den Mac einmalig 44,95 Dollar – also fast das Zehnfache der Lizenz für aText.

Vor diesem Hintergrund würde ich bei einer Neuanschaffung stark zu aText tendieren. Wer viel in verteilten Teams zusammenarbeitet, für den mag die Anbindung an die Cloud wichtig sein. aText bietet zwar ebenfalls eine Anbindung an Google Drive, in diesem einen Punkt scheint TextExpander aber die ausgefeilteren Optionen zu bieten.

Da ich bereits eine Lizenz für TextExpander5 habe und weiterhin alles einwandfrei für mich funktioniert, werde ich auch weiter dabei bleiben. Müsste ich mich heute neu entscheiden, würde ich allerdings aText den Vorzug geben.

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